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Winter Term 2019/20 (Karlsruhe)

Die Theoriebildung in der klassischen Sprachphilosophie beinhaltet üblicherweise eine Reihe von idealisierten Annahmen über Sprache, Sprachverwender und Kommunikation. So wird etwa angenommen, dass Sprecher sich prinzipiell kooperativ verhalten und ein gemeinsames Ziel – Erkenntnisgewinn – verfolgen oder dass die Wörter der natürlichen Sprache über stabile Bedeutungen verfügen, die allen Teilnehmern an einem Gespräch bekannt sind.

In unserem Seminar werfen wir einen Blick auf verschiedene nicht-ideale – aber aus sozialer Perspektive ungleich interessantere – Phänomene des Sprachgebrauchs: Lügen und irreführende Sprache, das Phänomen des „Bullshitting“, Beleidigungen, Hate Speech und die Verfestigung von Stereotypen durch die Verwendung von generischen Aussagen („Frauen können nicht einparken“ oder „Jungs weinen nicht“).

Paradoxien sind „scheinbar unannehmbare Schlussfolgerung[en], die durch einen scheinbar annehmbaren Gedankengang aus scheinbar annehmbaren Prämissen abgeleitet [sind]“ (Richard M. Sainsbury). Paradoxien machen Spaß, weil sie uns intellektuell herausfordern, ohne uns bereits in den Startlöchern zu überfordern – denn viele besonders hartnäckige Paradoxien sind so formuliert, dass es zu ihrem Verständnis keines besonderen Fachwissens bedarf.

Zugleich werfen viele Paradoxien tiefschürfende philosophische Fragen auf – nach dem Wesen von Sprache und Wahrheit, Raum und Zeit oder (wissenschaftlicher) Rationalität.

Im Fokus unseres Seminars stehen zwei Paradoxien, die die Philosophie bereits seit der Antike in Atem halten: das Lügner- und das Haufenparadox. Anhand aktueller Texte verschaffen wir uns einen Überblick über die Paradoxien selbst sowie über verschiedene Lösungsansätze.

„Ist das dein Ernst? Wie kannst du das bloß glauben?“ – Auf manche Überzeugungen unserer Mitmenschen reagieren wir irritiert, sogar vorwurfsvoll. Aber was genau werfen wir Anhängern von Verschwörungstheorien, Klimawandelleugnern oder religiösen Fundamentalisten eigentlich vor? Dürfen wir ihnen überhaupt einen Vorwurf machen? Schließlich suchen wir uns in aller Regel nicht einfach aus, woran wir glauben; unsere Überzeugungen sind vielmehr das Ergebnis verschiedener äußerer und innerer Faktoren, die wir nur bedingt beeinflussen können.  

Die Ethik der Überzeugungen beschäftigt sich unter anderem mit der Frage, nach welchen Maßstäben wir die Überzeugungsbildung, -aufrechterhaltung und -aufgabe beurteilen (sollten). In unserem Seminar diskutieren wir, welche Rolle Evidenzen für vernünftige/kluge/moralisch richtige Überzeugungsbildung spielen und ob es (manchmal) vernünftig/klug/moralisch richtig sein kann, eine Überzeugung auf der Basis unzureichender Evidenz auszubilden oder an einer nicht ausreichend durch Evidenzen gestützten Überzeugung festzuhalten.   

Summer Term 2019 (Karlsruhe)

Spätestens nach ein paar Semestern ihres Studiums könnte man den Eindruck gewinnen, dass die Philosophie relativ zu ihrer langen Geschichte erstaunlich wenige Gewissheiten anzubieten hat. Vielleicht fragt man sich dann, woran es liegt, dass die Philosophie nicht in demselben Maße oder in der gleichen Weise wie die (Natur-)Wissenschaften fortzuschreiten scheint. Während (Natur-)Wissenschaftler ältere Abhandlungen ihres Wissensgebietes häufig getrost ignorieren dürfen, weil sie längst Higgs-Bosonen nachweisen oder Gene kartieren, konsultieren heutige Philosophen noch immer Texte von Platon.

Ähnliche Diagnosen haben im Verlauf der Philosophiegeschichte verschiedentlich zu dem Versuch geführt, die Philosophie in eine Wissenschaft zu verwandeln – oder sie den strengen Wissenschaften zumindest etwas ähnlicher zu machen. Diese Versuche haben Richard Rorty zufolge häufig die Form einer „Revolte“ gegen die etablierten Vorgehensweisen des jeweiligen „philosophischen Mainstreams“.

Beim „linguistic turn“ des frühen 20. Jahrhunderts handelt es sich um einen solchen Revolutionsversuch. Den „Revoluzzern“ zufolge krankt die Philosophie an einem falschen Selbstbild: Richtig verstanden ist Philosophie nichts anderes als sorgfältige Sprachanalyse, unterstützt von den Werkzeugen der formalen Logik. Der „idealsprachliche“ Revolutionsversuch wurde allerdings bald von einer „normalsprachlichen Konterrevolution“ geplagt – zwar bleiben Philosophen wie John L. Austin, Gilbert Ryle oder Peter F. Strawson der Idee verpflichtet, dass Untersuchungen der Sprache für die Beantwortung philosophischer Fragen unverzichtbar sind; dennoch unterscheidet sich ihre Methode fundamental von jener der „Idealsprachler“.

Im Seminar lesen und besprechen wir zwei Arten von Texten: Einerseits lesen wir Texte, welche die Herangehensweisen von „Idealsprachlern“ und „Normalsprachlern“ an philosophische Probleme exemplifizieren, andererseits lesen wir kürzere metaphilosophische Aufsätze, welche das Philosophieverständnis und die methodischen Überzeugungen beider Strömungen explizit diskutieren.

Das Problem der Wahrnehmung besteht in der Herausforderung, eine überzeugende Antwort auf die Frage nach den unmittelbaren Gegenständen der menschlichen Sinneswahrnehmung zu finden – auf die Frage danach, was genau wir eigentlich wahrnehmen, wenn wir einen roten Apfel sehen, eine Fahrradklingel hören oder ein Stück Käsekuchen riechen.

Die naheliegende Antwort, dass die Objekte unserer Wahrnehmung ganz einfach die physischen Gegenstände unserer Umgebung seien (Äpfel, Fahrradklingeln, Käsekuchen…) ist in der Philosophie verschiedentlich in Frage gestellt worden. Denn dem sogenannten „naiven“ oder „direkten Realismus“ steht eine Batterie skeptischer Einwände gegenüber, welche gegen die naive Konzeption der Wahrnehmung als eine Form der „Weltoffenheit“ zu sprechen scheinen. Erstens erscheinen uns Gegenstände manchmal ganz anders, als sie tatsächlich beschaffen sind – man denke an perspektivische Verzerrungen. Und zweitens scheinen selbst solche Wahrnehmungserlebnisse möglich zu sein, die einer entsprechenden physikalischen Reizgrundlage entbehren – etwa, wenn ein Delirierender die sprichwörtlichen weißen Mäuse sieht.

In diesem Seminar lesen und diskutieren wir Textauszüge von drei Philosophen der frühen Neuzeit, John Locke, George Berkeley und David Hume. Anhand einer genauen Lektüre der Primärtexte arbeiten wir heraus, wie diese drei Denker das Problem der Wahrnehmung charakterisieren und zu beantworten versuchen. Unterstützt wird unsere Lektüre von aktuellen systematischen Texten zur Philosophie der Wahrnehmung.

Winter Term 2018/19 (Karlsruhe)

Dass wir handeln, wenn wir sprechen, ist heute—mehr als fünfzig Jahre nach der Veröffentlichung von John L. Austins How to Do Things with Words—ein sprachphilosophischer Gemeinplatz. Und offensichtlich können wir mit Worten nicht nur Versprechen geben, Ehen schließen oder Schiffstaufen vollziehen, sondern ebenso gut verletzen, beleidigen oder beschämen.
 

Im Seminar beschäftigen wir uns mit dem „Gefahrenpotential“ von Sprache. Im Zentrum unserer Diskussion steht dabei das Phänomen hate speech und die (besonders in den USA vehement geführte) Debatte um freedom of speech. Neben klassischen Texten zur Redefreiheit (Kant und Mill) sowie zwei modernen Klassikern zum Sprachhandeln (Austin und Lewis) lesen wir aktuelle Aufsätze für und wider die Einschränkung von Freiheitsrechten angesichts von hate speech.

In diesem Seminar setzen wir uns mit klassischen und kontemporären Antworten auf ausgewählte Probleme der Philosophie des Geistes auseinander.

Im Zentrum der Philosophie des Geistes—und der ersten Hälfte unseres Seminars—steht das Leib-Seele-Problem: Es besteht in der Frage nach der Natur mentaler Zustände und ihrer (metaphysischen, epistemischen und kausalen) Beziehung zum Körper und, spezieller, zum Gehirn.

In der zweiten Semesterhälfte richten wir unseren Fokus auf—eng mit der Sprachphilosophie verknüpfte—Fragen mentalen Gehalts: Wie kann der Geist die Welt repräsentieren? Sind die Inhalte unseres Denkens durch etwas „in unserem Kopf“ oder vielmehr durch die Um- bzw. Außenwelt bestimmt? Welche besondere Rolle spielt indexikalischer mentaler Gehalt, d.h. Gehalt, der indexikalische Begriffe wie „ich“, „jetzt“ oder „hier“ beinhaltet?

Summer Term 2018 (Erlangen-Nuremberg)

David Humes (1711-1776) „Untersuchung über den menschlichen Verstand“ ist ein zentraler Text des klassischen Empirismus. Hume widmet sich darin Fragen der Erkenntnistheorie, der Metaphysik und Religionsphilosophie. Gibt es verschiedene Arten von Erkenntnis? Auf welcher Grundlage schließen wir von Vergangenem auf Künftiges? Worauf beruht unsere Vorstellung von Kausalität als notwendiger Verknüpfung zwischen Ursache und Wirkung? Sind Willensfreiheit und Determinismus vereinbar? Ist es rational, an Wunder zu glauben?

Quine (1908–2000)  ist einer der einflussreichsten Philosophen des 20. Jahrhunderts. Seinen Spuren begegnet man in der systematischen theoretischen Philosophie „auf Schritt und Tritt“ (Keil 2011, 12); zahlreiche zentrale Thesen aus den Gebieten Logik, Ontologie, Sprachphilosophie, Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie sind mit Quines Namen verknüpft. Im Hintergrund seines Philosophierens steht ein bemerkenswert umfassendes naturalistisches Weltbild, demzufolge die Philosophie nicht grundsätzlich verschieden von den Naturwissenschaften ist. 
 

Anhand ausgewählter Aufsätze diskutieren wir einige der wichtigsten Beiträge Quines zur theoretischen Philosophie—seine Kritik am logischen Empirismus und an der Unterscheidung von analytischen und synthetischen Aussagen, sein Philosophieverständnis, seinen wissenschaftstheoretischen Holismus, seine sprachphilosophischen Thesen zur Unbestimmtheit der Übersetzung und Unerschöpflichkeit der Referenz und seine Argumente für ontologische Relativität. Damit verschaffen wir uns zugleich einen Überblick über einige klassische Probleme und Fragen der Philosophie.

Winter Term 2017/18 (Erlangen-Nuremberg)

Das Proseminar vermittelt die Grundlagen der formalen Aussagen- und Prädikatenlogik.

Themen des Proseminars sind (u.a.):

  • Grundbegriffe der formalen Logik (Argument, Gültigkeit, Schlüssigkeit, Objekt- und Metasprache, etc.)
  • Natürliche und formale Sprachen, Formalisierung natürlichsprachlicher Argumente
  • Wahrheitsfunktionen und Wahrheitstafeln
  • Kalkül des natürlichen Schließens für Aussagen- und Prädikatenlogik

Die Überzeugung, dass die Philosophie sich einer spezifischen Methode—der Begriffsanalyse—bedient, die sie von den empirischen Wissenschaften unterscheidet, ist spätestens seit dem Erscheinen von Quines Two Dogmas (1951) umstritten.

Jackson unternimmt in From Metaphysics to Ethics eine Verteidigung der Begriffsanalyse als Methode der Philosophie, insbesondere als Methode ernsthaft betriebener Metaphysik (Teil I des Buchs), und illustriert ihre praktische Anwendung auf einzelne Probleme der Metaphysik und der (Meta-)ethik (Teil II des Buchs). Ein wichtiger Teilaspekt von Jacksons Projekt der „Rehabilitation der Begriffsanalyse“ ist seine Auseinandersetzung mit Kripkes und Putnams anti-deskriptivistischen Argumenten. Vor dem Hintergrund eines von Kaplan u.a. inspirierten zweidimensionalen intensionalen semantischen Frameworks entwirft Jackson in From Metaphysics to Ethics eine neo-deskriptivistische Semantik sogenannter „natural kind terms“. 

Quine (1908–2000)  ist einer der einflussreichsten Philosophen des 20. Jahrhunderts. Seinen Spuren begegnet man in der systematischen theoretischen Philosophie „auf Schritt und Tritt“ (Keil 2011, 12); zahlreiche zentrale Thesen aus den Gebieten Logik, Ontologie, Sprachphilosophie, Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie sind mit Quines Namen verknüpft. Im Hintergrund seines Philosophierens steht ein bemerkenswert umfassendes naturalistisches Weltbild, demzufolge die Philosophie nicht grundsätzlich verschieden von den Naturwissenschaften ist.  

Anhand ausgewählter Aufsätze diskutieren wir einige der wichtigsten Beiträge Quines zur theoretischen Philosophie—seine Kritik am logischen Empirismus und an der Unterscheidung von analytischen und synthetischen Aussagen, sein Philosophieverständnis, seinen wissenschaftstheoretischen Holismus, seine sprachphilosophischen Thesen zur Unbestimmtheit der Übersetzung und Unerschöpflichkeit der Referenz und seine Argumente für ontologische Relativität. Damit verschaffen wir uns zugleich einen Überblick über einige klassische Probleme und Fragen der Philosophie.

Summer Term 2017 (Erlangen-Nuremberg)

Saul Kripkes 1972 erschienener Band Naming and Necessity (dt. Name und Notwendigkeit) gilt als Klassiker der modernen Philosophie, der maßgeblich zum Wiederaufleben der Metaphysik in der analytischen Philosophie des 20. Jahrhunderts beigetragen hat.

Im Zentrum des Textes stehen (u.a.) folgende Fragen: (1) Was bedeuten Eigennamen wie „Aristoteles“ und in welcher Beziehung stehen sie zu ihrem Träger? (2) Wer oder was legt die Referenzklasse von Bezeichnungen für natürliche Arten wie „Tiger“ oder „Gold“ fest? (3) In welchem Verhältnis stehen die Begriffe des Apriori, der Notwendigkeit und der Analytizität? (4) Gibt es essentielle Eigenschaften von Individuen und Gattungsexemplaren?

In Auseinandersetzung mit Frege, Russell, Wittgenstein, Searle u.a. entwickelt Kripke eine nicht-deskriptivistische Theorie der Bedeutung und eine kausale Theorie der Referenz von Eigennamen und Bezeichnungen für natürliche Arten; in Auseinandersetzung mit Kant, Carnap, Quine u.a. untersucht er die Begriffe des Apriori, der Notwendigkeit und der Analytizität.

Semantik und Pragmatik werden traditionell als komplementäre Disziplinen wahrgenommen: Die Semantik untersucht die wörtliche Bedeutung von Ausdrücken der natürlichen Sprache (insbesondere die Wahrheitsbedingungen von Sätzen) mit formalen Mitteln, während die Pragmatik sich in erster Linie mit der „Sprecherbedeutung“ auseinandersetzt—mit dem, was ein Sprecher mit einer Äußerung von Worten oder Sätzen in einem Kontext meint.

Das traditionelle, „arbeitsteilige“ Bild von Semantik und Pragmatik ist in den letzten Jahren vermehrt angezweifelt worden. Im Seminar lesen und diskutieren wir das Buch eines seiner einflussreichsten Kritiker: François Recanatis „Literal Meaning“. In „Literal Meaning“ fragt Recanati nach dem Einfluss des Äußerungskontexts auf die wörtliche Bedeutung sprachlicher Ausdrücke—und damit zugleich nach dem Verhältnis von Semantik und Pragmatik.

Recanati argumentiert für die These, dass Bedeutung ein „durch und durch“ pragmatisches Phänomen ist. Wer eine „Semantik ohne Pragmatik“ für möglich hält, sitzt einer Täuschung auf, denn es gibt schlicht und ergreifend keine kontextunabhängige wörtliche Bedeutung. Hat Recanati Recht?

Winter Term 2016/17 (Bielefeld)

Die Vorlesung vermittelt die Grundlagen der formalen Logik (Aussagenlogik und Prädikatenlogik erster Stufe) und der Argumentationstheorie.

Themen der Vorlesung sind (u.a.):

  • Grundbegriffe der formalen Logik (Argument, Gültigkeit, Schlüssigkeit, etc.)
  • Natürliche und formale Sprachen, Formalisierung natürlichsprachiger Argumente
  • Wahrheitsfunktionen und Wahrheitstafeln
  • Kalkül des natürlichen Schließens

Der Wahrheitswert von Sätzen hängt einerseits von ihrer Bedeutung, andererseits von den Tatsachen ab. Besonders augenfällig ist diese zweifache Abhängigkeit bei Sätzen, die indexikalische Ausdrücke enthalten: Ob der Satz „Hier scheint die Sonne“ wahr ist, hängt zum einen davon ab, an welchem Ort er geäußert wird—der Satz drückt verschiedene Sachverhalte aus, je nachdem, ob der Sprecher sich in Berlin, London oder Sydney befindet. Zum anderen hängt seine Wahrheit von den Tatsachen—den Wetterverhältnissen am Äußerungsort—ab.

„Zweidimensionale Semantik“ oder „2D-Semantik“ ist der Oberbegriff für eine Reihe intensionaler Bedeutungstheorien (oder „Mögliche-Welten-Semantiken“), die—im Gegensatz zur („eindimensionalen“) intensionalen Standardsemantik—der oben formulierten Einsicht Rechnung tragen, indem sie zwei Dimensionen von Bedeutung unterscheiden.

In der Literatur finden sich verschiedene Interpretationen und Anwendungsfelder des 2D-Frameworks: Kaplan modelliert mit seiner Hilfe die Kontextabhängigkeit indexikalischer Ausdrücke; der Fokus von Davies und Humberstone liegt auf modalen Operatoren wie „actually“ und „necessarily“; Stalnaker interpretiert die 2D-Semantik als Modell metasemantischer Tatsachen; und Philosophen wie Chalmers und Jackson entwickeln unter Rückgriff auf das zweidimensionale Framework eine Form des Neo-Deskriptivismus.

Im Rahmen des Seminars werden wir uns anhand „klassischer“ Texte (Kaplan, Stalnaker…) sowie einiger aktueller Forschungsbeiträge einen Überblick über den formalen Rahmen, die Interpretation und verschiedene Anwendungsfelder der 2D-Semantik verschaffen.    

Summer Term 2016 (Bielefeld)

Sprachphilosophie ist eine Kerndisziplin der theoretischen Philosophie. In diesem einführenden Seminar verschaffen wir uns auf der Grundlage klassischer Aufsätze (u.a. von Frege, Russell, Carnap, Davidson, Austin, Grice) einen Überblick über zentrale Themen der Sprachphilosophie.

Im Mittelpunkt des Seminars stehen Fragen wie:

  • Was ist eigentlich (sprachliche) Bedeutung und wer oder was sorgt dafür, dass die Ausdrücke unserer Sprache die Bedeutung haben, die sie haben?
  • Worauf beziehen sich sprachliche Ausdrücke?
  • Welche Funktionen kann Sprache—abgesehen von der Beschreibung von Sachverhalten—erfüllen?

Die Überzeugung, dass die Philosophie sich einer spezifischen Methode—der Begriffsanalyse—bedient, die sie von den empirischen Wissenschaften unterscheidet, ist spätestens seit dem Erscheinen von Quines Two Dogmas (1951) umstritten.

Jackson unternimmt in From Metaphysics to Ethics eine Verteidigung der Begriffsanalyse als Methode der Philosophie (Teil I des Buchs) und illustriert ihre praktische Anwendung auf Probleme der Metaphysik und der Metaethik (Teil II des Buchs).

Further Courses Taught (2012–2016)

Wann ist ein Mensch eine Person? Welche Handlungen erfüllen den Straftatbestand der Körperverletzung? Und welches Monatseinkommen markiert die Armutsgrenze?

Unser Zögern, derartige Fragen von hoher ethischer, rechtlicher oder politischer Relevanz mit Entschiedenheit zu beantworten, ist zugleich Ausdruck eines allgegenwärtigen linguistischen Phänomens: Die Grenzen einer Vielzahl der Begriffe der natürlichen Sprache scheinen nicht scharf gezogen zu sein, ein Großteil unseres Wortschatzes ist vage—selbst kompetente Sprecher können unter Umständen nicht über die wahrheitsgemäße Anwendbarkeit eines vagen Ausdrucks auf einen Grenzfall entscheiden.

Die Vagheit der natürlichen Sprache ist ein grundlegendes Problem der Philosophie der Logik, weil sie für eine Klasse von Paradoxien—die sogenannten Haufenparadoxien—verantwortlich ist, welche die klassische zweiwertige Logik und Semantik in Frage stellen.

Anhand aktueller Forschungsbeiträge diskutieren wir (unter anderem):

  • was Vagheit überhaupt ist,
  • warum Vagheit eine Herausforderung für die klassische Logik und Semantik darstellt,
  • Lösungsstrategien für die von vagen Ausdrücken verursachten logischen und semantischen Probleme.     

Im Laufe des Semesters werden wir u.a. verschiedene Alternativen zur klassischen Logik kennenlernen, beispielsweise dreiwertige und Fuzzy Logik

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