Tribute to Robert Frost

Some say the world will end in Feuer,
some say in Eis.
Doch Eis ist—leider—viel zu teuer,
der Kugelpreis ist ungeheuer!

Ich sage Dir, soviel ich weiß,
wird es wohl eher Feuer werden;
erlaube mir den Querverweis,
dass es schon heute brennt auf Erden.

So ein Scheiß.

Grüner Daumen

Im Fröstelmonat Januar
liegt Fensterbank im Winterlicht.
„Schon Zeit zu blühen?“ „Eher nicht.“
Sagt Fuchsie zu Gerbera.

Das bringt die crazy Orchidee
auf eine köstliche Idee:
Wer rastet, der rostet —
es sei denn, er knospet.

Im Winterlicht der Fensterbank
seit ein paar Tagen Blütenrank.

Vagheit

Viele Wörter, keine Frage,
sind ganz unerträglich vage.
Beruhigend, dass wir trotzdem
uns äußerst selten missversteh’n;
denn Vagheit wird, soweit wir seh’n,
im Alltag kaum je zum Problem.

Oh weh mir, was muss ich da hören?
Eubulides, aus Griechenland,
der hat sich einen Scherz erlaubt,
als er ein Paradox erfand
den lieben Frieden dreist zu stören,
und ganz und gar auf Sand gebaut?

Und dieses Paradox verdammt
uns hier und auch in Griechenland
zur Reflexion über die Grenzen
von Haufen, bestehend aus Sand.

Prädikatenlogik

Oh! Du wunderbar charmante
Individuenkonstante,
bitte, bitte lass‘ mich Dein
Prädikatenausdruck sein.

Komm, vermähle Dich mit mir!
Denn als atomare Formel
leben wir ganz unbeschwert
mit einem festen Wahrheitswert.

Infinite Loop

The last word has not yet been spoken,
and maybe it won’t ever be,
for you sound like a record broken,
repeating yourself endlessly.

Konsequent

„Wer ‚A‘ sagt, muss auch ‚B‘ sagen“,
prostest du mir zu.
„Denn Konsequenzen muss man tragen,
da hilft kein Jammern und kein Klagen.“

„Komm, nun mach‘ schon,
Kneifen gilt nicht!“,
stimmen deine Freunde ein.
„Oder möchtest du auf ewig
unser Spielverderber sein?“

Ich hadere mit meinem Schicksal,
ihr trinkt derweil eins über’n Durst,
und raunt mir über’s Bierglas zu:
„Für dich gibt’s keine Extrawurst!“

Also fass‘ ich mir ein Herz
—denn nachzugeben tut mir weh—
blicke trotzig in die Runde
und sage zähneknirschend: „B.“

Nevermind Nevermore

Im Wipfel der uralten Buche,
auf ihrem allerhöchsten Ast,
sitzt Nevermore, der schräge Vogel,
und schaut sich um, ganz ohne Hast.

Die Buche steht auf einer Lichtung
am Ende eines schmalen Pfads,
den ich den Worten einer Dichtung
gemäß heut‘ eingeschlagen hab.

Ich nahm den einen, nicht den andern,
der Pfade gab es nämlich zwei,
und während ich so resümiere
krächzt Nevermore ein: „Nevermind.“